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Die
Wurzeln des Projektes
DER
ORIGINALSCHAUPLATZ
In Wien, im 8. Bezirk in der Neudeggergasse 12 steht einer jener kargen,
dunkelgrau verwitterten Gemeindebauten, die ihre Geschichte auf den
ersten Blick verraten; in den fünfziger Jahren, der "Nachkriegszeit"
erbaut, mit spärlichen Mitteln, in Eile, ohne einen Blick nach
links und rechts, ohne einen Blick zurück.
Am Gemeindebau ist eine Tafel befestigt. Man kann lesen, dass hier eine
Synagoge stand, die im November 1938 zerstört wurde.
Die Synagoge war ein über die Maßen imposanter Bau, doppelt
so groß wie die größeren Häuser dieser kleinen,
beschaulichen Gasse. Ihre Türme haben in den Himmel geragt.
In der Pogromnacht im November 1938 wurde die Inneneinrichtung der Synagoge
zerstört, die Türen wurden vernagelt.
1940 wurde sie dem Erdboden gleichgemacht.
Wir, der Verein "Betrifft: Neudeggergasse", sind Nachbarn
und Nachbarinnen.
Wir wollten ein Zeichen der Erinnerung an die verlorene Nachbarschaft
setzen.
Wir haben diesen, einst mächtigen Bau 1998, anlässlich des
60. Jahrestages der Pogromnacht, wiedererstehen lassen. Nicht auf Dauer,
sondern für ein paar Wochen, als Bild auf einer Folie. Als Zeichen
des Gedenkens wie des Respekts.

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